Aus allen Stämmen Israels werden Soldaten ausgehoben, alle ziehen
zum
Heeresdienst aus "von zwanzig Jahren an und darüber" - außer
dem Stamme Levi.
Dessen Mitglieder beklagten sich darüber bei Moscheh: Wie sonderbar!
Wo gerade
unser Stamm über die größte Eignung zum Heeresdienst
verfügt, wie schon der
Vorvater des Stammes, Levi selber, gezeigt hatte, der sich für
die Ehre seiner
Schwester Dina ereiferte und dabei zusammen mit seinem Bruder Schimon
die Stadt
Schechem vernichtete (Gen. 34). Und waren es nicht wir, die Moschehs
Ruf "Wer es
mit dem Ewigen hält, zu mir" (Ex. 32,26+27), und "...Lege jeder
sein Schwert an die
Hüfte; geht hin und her von Tor zu Tor im Lager, und erschlage
jeder seinen Bruder,
jeder seinen Freund, jeder seinen Verwandten!" nach der Sünde
um das goldene Kalb,
gefolgt waren ?! War es nicht Pinchas aus dem Stamme Levi, der seine
Lanze ergriff
und den Aufrührer Omri ben Salu tötete (Num. 25, 1-11) ?!
Seit eh und je sind wir ein
Stamm der Kämpfer zur Ehre G~ttes. Es ist wohl wahr, daß
die Angelegenheit um
Schechem nicht nach dem Sinne unseres Vorvaters Jakov war, danach aber
handelten
wir auf Befehl unseres Lehrers Moscheh! Unser Stamm, der Stamm Levi,
entspricht
am ehesten der göttlichen Eigenschaft des Kampfgeistes, wie uns
aus den
verborgenen Quellen der Weisheit zuflüstert wurde - warum aber
sind gerade wir von
der kämpfenden Truppe ausgeschlossen?
Darauf antwortete ihnen unser Lehrer Moscheh, der gewaltige Sproß
des Stammes
Levi: Jawohl, das ist schon alles richtig, ihr seid wirklich großartige
Kämpfer. Ihr
müßt euch allerdings sagen lassen, daß ein großer
Kämpfer nicht frontal gegen den
Feind anrennt, sondern mit strategischer Überlegung handelt. Wenn
ihr das Böse
besiegen wollt, müßt ihr gegen die Ursachen des Bösen
kämpfen. Vermehrt
Erleuchtung, verbreitet Tora - und ihr werdet nicht mehr gegen die
Sünder zu
kämpfen brauchen.
Den Ausgangspunkt für euren Kampf bildet die Lehre der Mildtätigkeit
unter dem
Banner G~ttes (Deut. 33, 8-11; Levis Segen): "Gib deine Thummim, deine
Urim,
jenem Frommen hin". Ich sehe, daß ihr Vertrauen verdient; ihr
habt die Prüfung
bestanden: "Den du in Maßah hast geprüft, bei Haderwassern
hadernd hast versucht".
Ihr seid zu jeder Selbstaufopferung bereit: "Er sprach von Vater und
Mutter: Ich hab'
sie nie gesehn! Er kannte seine Brüder nicht und achtete nicht
seiner Söhne". In jeder
Situation ist auf euch Verlaß, ihr verdient volles Vertrauen:
"Er hütete nur dein Gebot,
bewahrte deinen Bund". Daher übergebe ich euch eine neue Aufgabe:
"So mögen sie
dein Recht in Jakov lehren, und dein Gesetz in Israel", das Lehren
der Tora, sowie
eine weitere Aufgabe, in Fortsetzung der ersten, nämlich der G~ttesdienst
[im
Tempel]: "So mögen sie denn Räucherwerk dir bringen, und
Opfer dir auf den Altar".
Anstatt Soldaten zu sein, nehmt diese Aufgaben in Angriff, denn ich
bin mir eures
Erfolges sicher: "Segne, Ewiger, seine Kraft, und seiner Hände
Werk laß dir gefallen".
Und was wird aus den Feinden? Genau davon ist hier die ganze Zeit die
Rede - wenn
ihr eure Aufgabe ordnungsgemäß erfüllt, steigert ihr
damit die Fähigkeit der jüdischen
Nation zur Unterwerfung ihrer Feinde: "Zerschmettre seiner Feinde Lenden,
daß seine
Hasser nimmer sich erheben".
Und nicht nur das. Ihr bekämpftet jene, die sich vor dem goldenen
Kalb niederwarfen,
und stärktet damit die militärische Schlagkraft der Nation.
Jetzt werdet ihr noch
Größeres vollbringen: Verbreitet das Licht der Tora, damit
sich die Sünde des
goldenen Kalbes nicht wiederholt, und dann werden wir überhaupt
nicht mehr zu
kämpfen brauchen: "Wäre die Sünde um das goldene Kalb
nicht geschehen, hätten die
das Land Israel bewohnenden Nationen mit den Israeliten Frieden geschlossen
und
ihnen gedankt, denn der auf ihnen sichtbar ruhende Name G~ttes hätte
in jenen die
Ehrfurcht des Erhabenen erweckt, und es wäre zu keinerlei kriegerischen
Handlungen
gekommen" (Orot, "Hamilchama" §4). Das ist euer
Kampf, und das ist eure Armee.
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