| Parschat "Korach" (4. Buch Moscheh 16,1 - 18,32) S.416
Konflikt In unserem Wochenabschnitt begegnen wir einer besonderen Ermahnung:
"sei nicht wie Korach und seine Anhängerschaft" (17,5) - gemeint ist
das Verbot des Streitens. "Jeder, der einen Streit führt, übertritt
ein Verbot, denn es heißt: 'sei nicht wie Korach usw.'" (Sanhedrin
110a). Dieser Vers soll nicht nur wie eine Warnung klingen, sondern
auch eine Tatsache andeuten: Nach allem, was uns widerfahren ist,
wird so ein Vorfall wie
Sollte man also grundsätzlich seine eigene Ansicht hinter der jedes
anderen Menschen zurückstellen? Auf gar keinen Fall! Wohlbegründete
Streitgespräche sind erlaubt und sogar notwendig. Unsere talmudischen
Weisen erzählen die folgende Begebenheit: "Als Rabbi Schimon ben Lakisch
starb, der regelmäßig mit Rabbi Jochanan lernte, [Rabbi
Natürlich darf man eine andere Ansicht vertreten, es kommt nur
auf den Ton an. Bezüglich des berühmten Streites zwischen der
Schule Hillels und der Schule Schammais berichten die talmudischen Weisen:
"Und obgleich die einen verboten, was die anderen erlaubten, die einen
für ungeeignet erklärten, was für die anderen als geeignet
galt, dennoch unterließen es [Angehörige] der Schule Schammais
nicht, Frauen
Die Frage ist, ob man sich freut, wenn die eigene Meinung die Oberhand behält, ob man um jeden Preis rechthaben will, oder ob man die Wahrheit sucht. Beim 'Gebet zum Lernen' sagt man: "..auf daß meine Mitlernenden nicht durch mich irregeleitet werden und ich mich an ihnen erfreue" - daß ich mich nicht daran ergötze, sie im Streite zu besiegen. Der Philosoph Kant erzählte von dem großen Eindruck, den sein Vater auf ihn machte, welcher ein sehr religiöser, pietistischer Mensch war. Einmal brach ein Streit zwischen konkurrierenden Berufsvereinigungen aus. Kants Vater, der einer von ihnen angehörte, präsentierte die Ansicht eines Wettbewerbers in so großgeistiger Weise, so voller Liebe, daß dieser Vorfall seinem Sohn das ganze Leben lang nicht aus dem Bewußtsein ging. |